Nachhaltigkeitsbericht 2017

Im Gespräch mit Dr. Katharina Herrmann

 

„Unser Anspruch an die Unternehmenskultur ist hoch.“

Dr. Katharina Herrmann, Arbeitsdirektorin

Was waren die wichtigsten Themen 2017 für Sie als Arbeitsdirektorin?

— Katharina Herrmann: Ganz klar steht für mich das Thema Arbeitssicherheit an erster Stelle. Im Jahr 2017 haben wir viele neue Grundlagen geschaffen, damit alle 50Hertzler und auch unsere Partner jeden Tag gesund und munter nach der Arbeit nach Hause gehen können. Gemeinsam mit unseren Auftragnehmern haben wir aktiv am Thema Arbeitssicherheit gearbeitet. Nach drei Jahren Vorbereitungszeit und einem für beide Seiten lehrreichen, gemeinsamen Wachstumsprozess konnten wir die Einhaltung der Arbeitssicherheit als relevanten Bestandteil in die neuen Verträge mit unseren Partnerunternehmen integrieren. Wir haben ein Punktesystem mit einem Eskalationsmodell entwickelt, das unsere eigenen hohen Anforderungen an die Arbeitssicherheit auch bei unseren Partnern sichtbar und messbar macht. So können wir nun auch bei der finanziellen Abrechnung der Projekte darauf achten, wie gut unsere Vorgaben von unseren Partnern umgesetzt wurden.

Auch unternehmensintern pflegt 50Hertz einen offenen und ehrlichen Dialog. Wie sieht er im Detail aus?

— Katharina Herrmann:
Unsere Mitarbeiterbefragung „Sag es!“ hat im November 2017 bereits zum dritten Mal stattgefunden – mit detaillierter Auswertung im ersten Quartal 2018. Die intensiven Dialoge dazu haben direkt im Anschluss begonnen. Dazu gehört auch, im Team noch einmal zu rekapitulieren, welche Effekte die nach der vorherigen Befragung umgesetzten Maßnahmen haben. Was machen wir schon gut und wo können wir uns noch verbessern? Welche Themen sind uns gemeinsam wichtig? Eine Mitarbeiterbefragung ist immer auch ein guter Anlass für eine Teamentwicklung. Mich hat dabei besonders beeindruckt, dass das Mitarbeiter-Commitment auf dem gleichen hohen Niveau wie in der Mitarbeiterbefragung 2014 geblieben ist. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund des starken Wachstums von 50Hertz in den letzten Jahren eindrucksvoll. Wir haben all die neuen Kolleginnen und Kollegen davon überzeugt, dass es eine Freude ist, bei 50Hertz zu arbeiten und die Energiewende zu gestalten.

Für Arbeitsdirektorin Katharina Herrmann hat Arbeitssicherheit höchste Priorität.

Das liegt sicherlich auch an der regen Partizipation der Belegschaft am Unternehmensgeschehen. Was hat Sie besonders gefreut?

— Katharina Herrmann: Neben der freiwilligen paritätischen Besetzung unseres Aufsichtsrats versuchen wir auch unsere junge Belegschaft frühzeitig für die Mitbestimmung zu motivieren. Mich freut besonders, dass unsere Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) nach ihrer Wahl Ende 2016 im Jahr 2017 erstmals richtig aktiv werden konnte. Die JAVler haben sich zum Beispiel die Ausbildungsbedingungen in allen unseren Berufsbildern angeschaut und nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht. Herausgekommen ist unter anderem ein neuer, einheitlicher Beurteilungsbogen für Auszubildende über alle Standorte hinweg.


Wie sorgt 50Hertz für eine vielfältige Belegschaft?

 — Katharina Herrmann:
Die Struktur unserer Mitbestimmung und die vielen anderen Gremien unseres Betriebsrats stehen auf der einen Seite für eine hohe Einbindung der Belegschaft, erfordern aber auch ein hohes Engagement des Einzelnen. Viele verschiedene Gremien, zum Beispiel das Inklusionsteam, sind bei 50Hertz aktiv und stehen für die vielfältige Zusammensetzung unseres Unternehmens. Der Schritt von Partizipation zu Vielfalt ist gar nicht so groß. Natürlich stellen wir auch divers ein. Die Zahl der verschiedenen Nationalitäten hat sich sehr positiv entwickelt. In diesem Jahr haben wir zum ersten Mal eine schwerbehinderte Auszubildende. Und wir haben auch ein sehr aktives Frauennetzwerk.


Was wird noch getan, um Frauen bei 50Hertz zu fördern?

 — Katharina Herrmann: In diesem Jahr haben wir im dritten Jahr in Folge unsere Bewerbungsprozesse detailliert analysiert. Wie viele Frauen und Männer haben sich auf welche Positionen beworben? Wie bildet sich dieser Anteil auf unser Unternehmen ab und inwieweit spiegelt er den Arbeitsmarkt wider? Zwei wichtige Erkenntnisse haben wir gewonnen: Unsere Bewerbungsprozesse sind ausgesprochen fair, denn Frauen wie Männer kommen ohne jeweilige Bevorzugung gleich erfolgreich durch die verschiedenen Bewerbungsstufen. Aber wir bekommen einfach zu wenig weibliche Bewerbungen für die technischen Berufe und Projekte. Mit nur zehn Prozent Frauen in Bewerbungsverfahren für technische Profile können wir den Frauenanteil bei 50Hertz nicht heben. Unternehmensintern bewirbt sich dagegen ein viel größerer Anteil an Frauen auch für technische Projekte. Das wünsche ich mir zukünftig auch für unsere externen Bewerbungen.