Nachhaltigkeitsbericht 2017

Energie und Emissionen

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind fest in den Geschäftsbetrieb von 50Hertz verankert. Wir sind weltweit Vorreiter bei der Integration volatiler Erneuerbarer Energien: Im Jahr 2017 stammten über 53 Prozent des verbrauchten Stroms im 50Hertz-Netzgebiet aus Windkraft, Photovoltaik und Biomasse.

Beeinflussbarer Gesamtenergieverbrauch von 50Hertz für das Jahr 2014*

Energieverbrauch
  MWh %
Strom 50.744,187 84,8
Fernwärme 2.467,109 4,1
Kraftstoff (Benzin) 32,910 0,1
Kraftstoff (Diesel) 5.799,063 9,7
Erdgas 788,442 1,3
Gesamtenergieverbrauch 59.831,710 100,0

* Datenbasis: externes Energie-Audit nach DIN EN 16247-1 im Jahr 2015. Eine jährliche Berichterstattung über die Energieverbräuche ist künftig geplant.

Der von 50Hertz beeinflussbare Gesamt-Eigenenergieverbrauch lag im Jahr 2014 ohne Netzverluste bei 59.832 Megawattstunden (MWh). Wir führen regelmäßig ein Energie-Audit nach DIN EN 16247-1 durch. Das letzte Audit fand 2015 für das Berichtsjahr 2014 statt. 2019 planen wir das Folge-Audit. Wir prüfen aktuell die Möglichkeit, einen Prozess zur unterjährigen Ermittlung der Verbräuche zu installieren.

Netzverluste

Bei der Stromübertragung entstehen zwangsläufig Energieverluste. Diese treten in Form von Stromwärmeverlusten in Leiterseilen, in Transformatoren und anderen Systemelementen sowie als Ableitund Koronaverluste auf. Im Jahr 2017 betrugen die Netzverluste von 50Hertz 2,4 TWh. Die durchschnittlichen Netzverluste der Höchstspannungsebene belaufen sich auf 231,7 MWh, die der Umspannung auf 43,5 MWh. 50Hertz plant zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern die erste Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) in seinem Netzgebiet – den SuedOstLink. Diese Technik eignet sich gegenüber Drehstrom-Technik besser, um große Strommengen mit geringen Netzverlusten optimal regelbar und zielgerichtet über große Entfernungen zu übertragen.

CO2-Bilanz

Für Geschäftsreisen nutzen wir verschiedene Transportmittel. Den größten Einfluss auf die CO2-Bilanz haben die Fahrzeuge des Fuhrparks. Deren Nutzung ist für umfassende Abdeckung des weitläufigen Netzgebietes und den schnellen Anlagenzugang unerlässlich. Im Jahr 2017 haben diese Fahrzeuge 1.854 Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen. Dieser Wert liegt unter dem Vorjahreswert in Höhe von 2.058 Tonnen CO2. Dies führen wir auf weniger Fahrten ins Netzgebiet und auf unser 2017 gestartetes Effizienzprojekt zurück. Im Rahmen des Fuhrparkmanagements haben wir Elektro- und Hybridfahrzeuge getestet und punktuell eingesetzt. Einen großflächigen Einsatz sehen wir aus Effektivitätsgesichtspunkten bis dato nicht vor. Im Rahmen der Ersatzbeschaffung passen wir unseren Fuhrpark kontinuierlich dem aktuellen technologischen Stand an.

Flugreisen von 50Hertz Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern veranlassten 2017 den Ausstoß von 335 Tonnen CO2-Äquivalenten. Darüber hinaus legten unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über 540.000 Bahnkilometer zurück. Nach Angaben der Deutschen Bahn reisen wir auf diese Art zu 100 Prozent mit Ökostrom. So haben wir rund 118 Tonnen CO2 gegenüber dem Vorjahr eingespart.

Die Verwendung von Schwefelhexaflourid (SF6)

In Schaltgeräten, Wandlern und gasisolierten Schaltanlagen kommt Schwefelhexafluorid (SF6) zum Einsatz. Dieses Gas ist aufgrund seiner hervorragenden Isolier- und Lichtbogeneigenschaften ein zentraler Betriebsstoff für 50Hertz. Gleichzeitig besitzt SF6 aber ein sehr hohes Treibhauspotenzial. Bei Transport, Lagerung und Einsatz muss daher mit diesem Gas entsprechend sensibel umgegangen werden. Die Anforderungen der 2014 novellierten europäischen F-Gase-Verordnung werden eingehalten. Bereits seit 2005 richtet sich 50Hertz nach der „Freiwilligen Selbstverpflichtung der SF6-Hersteller und -Nutzer“. Sie zielt darauf, die am Gesamtbestand gemessene Verlustrate von 0,8 Prozent in 2004 auf 0,6 Prozent in 2020 zu mindern. Infolge der bewussten internen Überwachung von Betrieb und Wartung unserer gasisolierten Anlagen haben wir bereits 2017 die Selbstverpflichtung mit einer SF6-Verlustrate von 0,06 Prozent deutlich unterschritten. Im Umspannwerk Berlin-Charlottenburg werden wir im Jahr 2019 eine neuartige gasisolierte 110-kV-Schaltanlage errichten. In dieser setzen wir statt des herkömmlichen Isoliergases Schwefelhexafluorid (SF6) ein Gasgemisch mit wesentlich geringerem Treibhauspotenzial ein. Die Gasmischung mit der Bezeichnung g³ bietet dieselben technischen Eigenschaften wie SF6, ist aber auf den Treibhauseffekt bezogen zu 99 Prozent weniger schädlich.

Das 50Hertz Netzquartier – energieeffizient

Das 50Hertz Netzquartier wurde mit dem international anerkannten Gold-Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und des amerikanischen LEED-Standards (Leadership in Energy and Environmental Design) ausgezeichnet. Auch die Regionalzentren Röhrsdorf und Hamburg wurden als energetisch nachhaltige Gebäude neu errichtet.