Nachhaltigkeitsbericht 2017

Umweltbewusster Akteur

Wir übernehmen gesellschaftliche Verantwortung und fühlen uns dem Gemeinwohl verpflichtet. Dazu engagieren wir uns aktiv für den Umwelt- und Klimaschutz in unserem Netzgebiet. Wir schützen Flora, Fauna und biologische Vielfalt, gehen schonend mit natürlichen Ressourcen um und halten unseren Energieverbrauch und die Emissionen in unserer Geschäftstätigkeit so gering wie möglich.

Die Mengen an Erneuerbaren Energien, die wir in unser Netz einspeisen und transportieren, steigen ständig. 50Hertz entwickelt sein Höchstspannungsnetz deshalb stetig weiter. Damit sich dies so gering wie möglich auf Mensch und Natur auswirkt, gilt das sogenannte NOVA-Prinzip: Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau. Wir bauen also nur neue Leitungen, wenn es keine andere Option gibt. Zuvor schöpfen wir alle anderen technischen Möglichkeiten aus, mit denen wir die Kapazitäten im Netz erhöhen können.

compactLine

Ein weiterer Schritt zur konsequenten Reduktion von Eingriffen in die Umwelt ist die Entwicklung der neuartigen Freileitung „compactLine“. Geringere Masthöhen, schmalere Trassen und ein Vollwandmast mit kleinerem Umfang zeichnen diese Leitung aus. Sie soll in Zukunft ermöglichen, in sensiblen Bereichen den Landschafts- und Natureingriff durch Freileitungen zu reduzieren. Die compactLine ist eine 380-Kilovolt-Leitung, die wegen ihrer kompakten Bauweise in Abschnitte bestehender 220-Kilovolt-Trassen passt. Im vierten Quartal 2017 haben wir mit den Bauarbeiten für eine etwa zwei Kilometer lange Pilotleitung begonnen.

Kleiner, schmaler, effektiver – wir entwickeln ein neues Mast-Design

Jeder kennt Strommasten – und kaum jemand findet sie besonders schön. Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft erproben wir im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts compactLine möglichst raumsparende Mast-Konstruktionen. Die Grundidee: Zwischen den Masten werden Trägerseile straff gespannt, damit sie kaum noch durchhängen. Ähnlich wie bei einer Seilbahn werden dann an diesen Trägerseilen die Stromleitungen aufgehängt. Im Ergebnis ist compactLine ein kleines Raumwunder: Die Masthöhe kann von 50 – 60 Meter auf 30 – 36 Meter reduziert werden, die Trassenbreite von 72 Meter auf 55 – 60 Meter.

Strommast der compactLine Netzanschluss Jessen/Nord im neuen Mastdesign der compactLine.

Umweltschutz

50Hertz plant, betreibt und hält sein Übertragungsnetz auf der Grundlage nationaler und europäischer Vorgaben und Regularieninstand, baut es umweltverträglich um und aus. In Unternehmensrichtlinien und Verfahrensanweisungen, die ständig aktualisiert und anpasst werden, setzen wir die umweltrechtlichen Rahmenbedingungen betrieblich um. In der Richtlinie Umweltschutzorganisation haben wir hierfür die konkreten Pflichten und Aufgaben von 50Hertz festgelegt. Unsere Geschäftsführung verantwortet grundsätzlich den Umweltschutz. Sie legt die Ziele und die Organisation des Umweltschutzes bei 50Hertz fest. Der Geschäftsführer Technik, Dr. Frank Golletz, ist auch Umweltschutzverantwortlicher des Unternehmens. Die Geschäftsführung bestellt zudem die Betriebsbeauftragten für Gefahrgut, Abfall und Gewässerschutz. Diese beraten die gesamte Organisation zu Umweltfragen.

Wir dokumentierten unsere Aktivitäten zum Umweltschutz unternehmensintern in jährlichen Umweltberichten. Im Mittelpunkt stehen dabei Belange des Natur- und Gewässerschutzes, des Boden- und Immissionsschutzes sowie die Entsorgung von Abfällen.

Erstmals hatte 50Hertz 2015 ein externes Energie-Audit nach DIN EN 16247-1 durchgeführt. In diesem wurden die Energieverbräuche unserer Anlagen und Verwaltungsgebäude systematisch erfasst. Turnusgemäß planen wir das nächste Audit für das Jahr 2019.

Schrittweise entwickeln wir unseren betrieblichen Umweltschutz und unser Energiemanagement weiter. Wir sensibilisieren unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die damit verbundene Themenstellung und beziehen sie aktiv ein. Die gesetzlichen Vorgaben zur Schulung hat 50Hertz erfüllt. Gewässerschutz- und Abfallbeauftragte werden bei 50Hertz jährlich eintägig geschult. Wir übertreffen hier die gesetzliche Vorschrift, alle zwei Jahre eine zweitägige Schulung durchzuführen. Am Gefahrgutprozess Beteiligte und Gefahrgutbeauftragte schulen wir alle fünf Jahre. Einzelne Unternehmensbereiche, so beispielsweise der Bereich Einkauf und Facility Management und die Projektbereiche, erhalten bedarfsgerecht Schulungen.