Nachhaltigkeitsbericht

Energie und Emissionen

Netzverluste

G4-EUS-EU12

Bei der Stromübertragung entstehen zwangsläufig Energieverluste. Sie treten in Form von Stromwärmeverlusten in Leiterseilen, in Transformatoren und anderen Systemelementen sowie als Ableit- und Koronaverluste auf. Im Jahr 2018 betrugen die Netzverluste von 50Hertz 2,5 TWh. Die durchschnittlichen Netzverluste der Höchstspannungsebene betrugen 240 MW, die der Umspannung 45 MW2. 50Hertz hat mit dem SuedOstLink zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern die erste 400-kV-Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) in seinem Netzgebiet geplant. Diese Technik ist besser als konventionelle Drehstrom- Technik dafür geeignet, große Strommengen mit geringen Netzverlusten optimal regelbar und zielgerichtet über große Entfernungen zu übertragen. Der Anteil der Netzverluste an der gesamten transportierten Strommenge beträgt 2,13%.

Energieverbrauch

GRI 302-1, GRI 302-4, SDG7, SDG13

Im Netzbereich von 50Hertz ist der Stromverbrauch über das Jahr stabil bei 96,8 TWh in 2018 (96 TWh in 2017 und 2016).

Die Ziele der EU und der Bundesregierung zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes unterstützt 50Hertz insbesondere durch den Netzausbau, der eine Erhöhung des Anteils CO2-freier Energiequellen ermöglicht, sowie durch die Optimierung des unternehmensweiten CO2-Bilanz. Erstmalig 2015 wurde ein externes Energieaudit nach DIN EN 16247-1 durchgeführt, um die Energieverbräuche der Anlagen und Verwaltungsgebäude systematisch zu erfassen. Turnusgemäß ist dieses Audit wieder für das Jahr 2019 eingeplant. Derzeit liegen keine aktuellen und belastbaren Werte zum Energieverbrauch 2018 vor. 50Hertz prüft die Möglichkeit, einen Prozess zur unterjährigen Ermittlung der Verbräuche zu installieren.

Das Energie-Audit hatte unternehmensweit Optimierungspotenziale aufgezeigt, deren Umsetzbarkeit hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit einer sorgfältigen Prüfung unterzogen wurde.


Im Jahr 2016 hat 50Hertz seine neue Unternehmenszentrale, das 50Hertz Netzquartier, in Berlin Mitte bezogen. Die Planung und der Bau der Unternehmenszentrale wurden auf Nachhaltigkeit in Hinblick auf Energieeffizienz, Ökologie, Nutzungsmöglichkeiten und Barrierefreiheit ausgerichtet. So ist das 50Hertz Netzquartier mit dem international anerkannten Gold-Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und des amerikanischen LEED-Standards (Leadership in Energy and Environmental Design) ausgezeichnet. Bei Neubauten, wie beispielsweise den Regionalzentren Röhrsdorf, Hamburg Ost und Berlin Charlottenburg werden Aspekte des energetisch nachhaltigen Bauens bereits in der Planung berücksichtigt und wenn möglich umgesetzt.

         

Energieverbrauch

  MWH  %
Strom  50.744,187  84,4
Fernwärme  2.467,109  4,1
Kraftstoff (Benzin)  32,910  0,1
Kraftstoff (Diesel)  5.799,063  9,7
Erdgas  788,442  1,3
Gesamtenergieverbrauch  59.831,710  100,0

Datenbasis: externes Energie-Audit nach DIN EN 16247-1 im Jahr 2015. Eine jährliche Berichterstattung über die Energieverbräuche ist künftig geplant.

Einen großen Einfluss auf die CO2-Bilanz haben die Fahrzeuge des Fuhrparks, die für die umfassende Abdeckung unseres weitläufigen Netzgebietes und den schnellen Anlagenzugang unerlässlich sind. Im Jahr 2018 haben diese Fahrzeuge 1.758,18 Tonnen CO2* ausgestoßen. Als langfristig wirkender Faktor ist aus dem Effizienzprojekt ein neues Standortkonzept hervorgegangen, das im Jahr 2019 in Kraft treten wird. Die Standorte von 50Hertz in der Fläche werden von derzeit sieben auf zehn erhöht. Dies wird unter anderem auch die zurückzulegenden Fahrstrecken verringern und so voraussichtlich zu einer Reduktion der Treibhausgas(THG)- Emissionen führen.

Des Weiteren werden im Rahmen des Fuhrparkmanagements Elektro- und Hybridfahrzeuge getestet und punktuell eingesetzt. Ein großflächiger Einsatz ist aus Effizienzgründen bis dato nicht vorgesehen. Im Rahmen der Ersatzbeschaffung erfolgt eine kontinuierliche Anpassung des Fuhrparks auf den aktuellen technologischen Stand. Fahrzeuge mit der sogenannten Abgasnorm EURO 5 wurden ausgetauscht und mit Fahrzeugen der sogenannten Abgasnorm EURO 6 ersetzt.

Emissionen

GRI 305-1, GRI 305-2, SDG7, SDG13

In Schaltgeräten, Wandlern und gasisolierten Schaltanlagen kommt Schwefelhexafluorid (SF6) zum Einsatz. Dieses Gas ist aufgrund seiner hervorragenden Isolier- und Lichtbogeneigenschaften ein zentraler Betriebsstoff für 50Hertz. Gleichzeitig besitzt SF6 ein sehr hohes Treibhauspotential, weswegen der Umgang mit dem Gas bei Transport, Lagerung und Einsatz entsprechend sensibel ist. Die Anforderungen der 2014 novellierten europäischen F-Gas-Verordnung (EU) Nr. 517/2014 werden eingehalten. Bereits seit 2005 richtet sich 50Hertz nach der „Freiwilligen Selbstverpflichtung der SF6-Hersteller und -Nutzer“. Sie hat zum Ziel, die am Gesamtbestand gemessene Verlustrate von 0,8 Prozent in 2004 auf 0,6 Prozent in 2020 zu mindern. Im Umspannwerk Berlin Charlottenburg wird eine neuartige gasisolierte 110-kV-Schaltanlage errichtet, die statt des herkömmlichen Isoliergases SF6 ein Gasgemisch mit wesentlich geringerem Treibhauspotenzial einsetzt. Die Gasmischung mit der Bezeichnung g3 bietet dieselben technischen Eigenschaften wie SF6, ist aber auf den Treibhauseffekt bezogen zu 99 Prozent weniger schädlich. Infolge der bewussten internen Überwachung von Betrieb und Wartung unserer gasisolierten Anlagen hat 50Hertz 2018 die „Freiwillige Selbstverpflichtung der SF6-Hersteller und -Nutzer“ mit einer SF6-Verlustrate von 0,11 Prozent* deutlich unterschritten.

Für Geschäftsreisen werden unterschiedliche Transportmittel genutzt. Flugreisen waren im Berichtsjahr für 335 Tonnen CO2-Äquivalente* verantwortlich. Darüber hinaus haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund 6,66 Tonnen CO2* im Nahverkehr verursacht. 546.000 Kilometer wurden mit der Bahn im Fernverkehr zurückgelegt. Reisen im Fernverkehr der Bahn werden nicht ausgewiesen, da nach Angaben der Deutschen Bahn zu 100 Prozent Grünstrom verwendet wird.

Derzeit prüft 50Hertz den sukzessiven Ausbau seines Klimamanagements und damit einhergehend die Möglichkeit seine THG-Emissionen zu reduzieren. Im Berichtsjahr 2018 wurden erstmalig die direkten und indirekten THG-Emissionen ermittelt.

Treibhausgasemissionen im Jahr 2018 in tCO2 Äquivalent
Direkt (Scope 1)
SF6 Verlust 4.277,00 0,34 %
Netzersatzanlage NQT* 1,29 0,00 %
Flotte* 1.758,18 0,14 %
Summe direkte Emissionen 6.036,47 0,48 %
Indirekt (Scope 2)
Fernwärme* 184,86 0,01 %
Gesamtstromverbrauch Netzquartier* 1.897,62 0,15 %
Netzverluste 1.222.500,00 97,39 %
Energieverbrauch eigene Anlagen 24.310,65 1,94 %
Summe indirekte Emissionen 1.248.893,13 99,50 %
Indirekt (Scope 3)
Flugreisen 293,90 0,02 %
Bahn Fernverkehr 0,00 0,00 %
Bahn Nahverkehr 6,66 0,00 %
Summe indirekte Emissionen 300,56 0,02 %
Gesamtsumme 1.255.230,16 100,00 %

Der ermittelte Wert in der CO2-Bilanz entspricht 1.222 tCO2-Äquivalente pro Kopf inklusive Netzverluste und 32 tCO2-Äquivalente pro Kopf exklusive der Netzverluste (Basis 1.027 Mitarbeiter).


* die genannten Werte sind Schätzwerte zum 31.12.2018. Für die Ermittlung der CO2-Äquivalente wurden folgende Berechnungsgrundlagen und Emissionsfaktoren verwendet: SF6/IPCC Fifth Assessment Report (ARS), Fahrzeugflotte / direkter Treibstoffverbrauch, Energie (Strom, Fernwärme)/Umweltbundesamt 2017 Scope 2 Guidance, Geschäftsreisen/ Angaben der Dienstleister Scope 3 Guidance