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Nachhaltigkeitsbericht 2016 Unsere Verantwortung

Energie und Emissionen

Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind feste Bestandteile unseres Geschäftsbetriebs. Wir sind ein weltweiter Vorreiter bei der Integration volatiler Erneuerbarer Energien: Im Jahr 2016 stammten rund 48 Prozent der eingespeisten Elektrizität in unserer Regelzone aus Windkraft oder Photovoltaik sowie Biomasse. Und auch beim Bau unseres 50Hertz Netzquartiers in Berlin-Mitte spielte Nachhaltigkeit von Anfang an eine große Rolle. Das 2016 bezogene Gebäude setzt im Hinblick auf Energieeffizienz, Ökologie, Nutzungsmöglichkeiten und Barrierefreiheit neue Maßstäbe – die Verleihungen der international anerkannten Gold-Auszeichnungen der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) und des amerikanischen LEED-Standards (Leadership in Energy and Environmental Design) sprechen für sich. Auch die Regionalzentren Röhrsdorf und Hamburg-Ost wurden als energetisch nachhaltige Gebäude neu errichtet.

Energie-Audit

Das in der Berichtsperiode extern durchgeführte Energie-Audit hat unternehmensweit Optimierungspotenziale aufgezeigt, deren Umsetzbarkeit wir hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit einer sorgfältigen Prüfung unterziehen. So existieren noch nicht an allen Standorten geeignete Strom- und Wärmemengenzähler, um unseren Energiebedarf sinnvoll zu analysieren und Einsparmöglichkeiten zu identifizieren. Wir untersuchen derzeit, wo diese Geräte für eine punktgenaue Erfassung der Verbrauchsdaten sukzessive installiert werden können.

Energieverbrauch 

Der von 50Hertz beeinflussbare Gesamteigenenergieverbrauch lag im Jahr 2014 ohne Netzverluste bei 59.831,710 Megawattstunden (MWh). Den größten Anteil am Gesamtenergieverbrauch machte mit rund 85 Prozent der Stromverbrauch aus. An zweiter Stelle lag der Dieselverbrauch mit einem Anteil von 9,7 Prozent. Darauf folgte die Fernwärme mit einem Anteil von 4,1 Prozent.

Netzverluste

Bei der Stromübertragung entstehen zwangsläufig Energieverluste. Sie treten in Form von Stromwärmeverlusten in Leiterseilen, in Transformatoren und anderen Systemelementen sowie als Ableit- und Koronaverluste auf. Diese Netzverluste fallen vor allem an, weil wir Strom über große Entfernungen übertragen, zum Beispiel von Offshore-Windparks nach Süddeutschland. Im Jahr 2016 betrugen die Netzverluste von 50Hertz 2,05 Terawattstunden. Die durchschnittlichen Netzverluste der Höchstspannungsebene betrugen 196,7 Megawatt, die der Umspannung 36,9 Megawatt. 

Nach dem Energiewirtschaftsgesetz und der Stromnetzzugangsverordnung sind wir angehalten, die erforderliche Energie zur Deckung der Netzverluste nach einem marktorientierten, transparenten und diskriminierungsfreien Verfahren zu beschaffen. Die durchschnittlichen Kosten hierfür betrugen in der Berichtsperiode 3,8 Cent/Kilowattstunde. Wir haben mit dem SuedOstLink zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern die erste 400-kV-Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) in unserem Netzgebiet geplant. Diese Technik ist besser als die konventionelle Drehstrom-Technik geeignet, große Strommengen mit geringeren Netzverlusten optimal regelbar und zielgerichtet über große Entfernungen zu übertragen (mehr dazu im Geschäftsbericht im Kapitel „Unser Geschäft“ auf S. 32–34).

CO2-Bilanz

Für Geschäftsreisen nutzen wir unterschiedliche Transportmittel. Den größten Einfluss auf die CO2-Bilanz haben die Fahrzeuge unseres Fuhrparks, welche für die umfassende Abdeckung unseres weitläufigen Netzgebiets und den schnellen Anlagenzugang unerlässlich sind. Im Jahr 2016 haben diese Fahrzeuge 2.058 Tonnen CO2 ausgestoßen. Flugreisen waren im selben Jahr verantwortlich für 320 Tonnen CO2-Äquivalente. Darüber hinaus haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über 539.000 Bahnkilometer zurückgelegt. Wir reisen hierbei zu 100 Prozent mit Ökostrom und haben nach Angaben der Deutschen Bahn somit rund 87 Tonnen CO2 eingespart. Wir prüfen derzeit Möglichkeiten, im Rahmen der betrieblichen Erfordernisse unsere reisebedingten CO2-Emissionen weiter zu reduzieren, und planen unsere Berichterstattung künftig entsprechend auszubauen.

In Schaltgeräten, Wandlern und gasisolierten Schaltanlagen kommt bei uns Schwefelhexafluorid (SF6) zum Einsatz. Dieses Gas ist aufgrund seiner hervorragenden Isolier- und Lichtbogeneigenschaften ein zentraler Betriebsstoff für 50Hertz. Gleichzeitig besitzt SF6 aber ein sehr hohes Treibhauspotenzial. Entsprechend sensibel müssen wir bei Transport, Lagerung und Einsatz mit dem Gas umgehen. Die Anforderungen der 2014 novellierten europäischen F-Gase-Verordnung* halten wir ein. Bereits seit 2005 richten wir uns nach der „Freiwilligen Selbstverpflichtung der SF6-Hersteller und -Nutzer“. Sie hat zum Ziel, die am Gesamtbestand gemessene Verlustrate von 0,8 Prozent in 2004 auf 0,6 Prozent in 2020 zu mindern. Infolge des bewussten Umgangs sowie der internen Überwachung für Betrieb und Wartung unserer gasisolierten Anlagen haben wir 2016 diese Selbstverpflichtung mit einer Verlustrate von 0,2 Prozent deutlich unterschritten.

* Verordnung (EU) Nr. 517/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. April 2014 über fluorierte Treibhausgase


Nachhaltig gebaut – Das 50Hertz Netzquartier

  • Doppelte Gold-Auszeichnungen der DGNB und des internationalen LEED-Standards 
  • Erstes Gebäude weltweit mit „DGNB Diamant“-Auszeichnung für herausragende gestalterische und baukulturelle Qualität 
  • Optimierte Energieeinsparung und intelligente Beleuchtungssysteme 
  • 100 Prozent Bezug Strom aus Erneuerbaren Energien 
  • PV- und Windenergie-Anlagen auf dem Dach zum Aufladen von Elektrofahrzeugen und zur Unterstützung des Hausstroms 
  • Sehr gute Anbindung an den ÖPNV und gesonderte Parkplätze für Fahrräder und Elektrofahrzeuge

Beeinflussbarer Gesamtenergieverbrauch von 50Hertz für das Jahr 2014*

Energieverbrauch
  MWh %
Strom 50.744,187 84,8
Fernwärme 2.467,109 4,1
Kraftstoff (Benzin) 32,910 0,1
Kraftstoff (Diesel) 5.799,063 9,7
Erdgas 788,442 1,3
Gesamtenergieverbrauch 59.831,710 100,0

* Datenbasis: externes Energie-Audit nach DIN EN 16247-1 im Jahr 2015. Eine jährliche Berichterstattung über die Energieverbräuche ist künftig geplant.

Einspeisung aus Erneuerbaren Energien in der Regelzone von 50Hertz und in Deutschland Entwicklung der Einspeisung aus Erneuerbaren Energien (gemäß EEG) in der Regelzone von 50Hertz und in Deutschland