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Nachhaltigkeitsbericht 2016 Unsere Verantwortung

Umweltbewusster Akteur

Die Entwicklung des Höchstspannungsnetzes ist notwendig, um beständig steigende Mengen an Erneuerbaren Energien über weite Strecken transportieren zu können. Um die Auswirkungen auf Mensch und Natur so gering wie möglich zu halten, gilt für uns das NOVA-Prinzip: Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau. Konkret bedeutet das, dass wir nur als Ultima Ratio neue Leitungen bauen und erst wenn alle anderen Möglichkeiten der Kapazitätserhöhungen im Netz ergriffen sind.

Compact Line

Ein weiterer Schritt zur konsequenten Reduktion von Eingriffen in die Umwelt: das Mast-Design compactLine, das sich derzeit bei uns in der Pilotphase der Errichtung befindet. Geringere Masthöhen, schmalere Trassen und ein Vollwandmast mit kleinerem Umfang zeichnen dieses innovative Forschungs- und Entwicklungsprojekt aus. Es wird uns ermöglichen, den Landschafts- und Natureingriff durch Freileitungen zu reduzieren und eine neue 380-kV-Leitung in eine bestehende 220-kV-Trasse zu integrieren (mehr dazu im Geschäftsbericht im Kapitel „Unser Geschäft“ auf S. 35).

Umweltschutz 

Die Planung, der Betrieb, die Instandhaltung und der umweltverträgliche Um- und Ausbau unseres Übertragungsnetzes im Osten und Norden Deutschlands erfolgen auf Grundlage nationaler und europäischer Rahmenbedingungen und Regularien. Die betriebliche Umsetzung der umweltrechtlichen Vorgaben regeln wir durch Unternehmensrichtlinien und Verfahrensanweisungen, die ständig aktualisiert und angepasst werden. In unserer Richtlinie Umweltschutzorganisation haben wir die konkreten Pflichten und Aufgaben von 50Hertz festgelegt. Die Verantwortung für den Umweltschutz liegt grundsätzlich bei der Geschäftsführung. Sie legt die Ziele und die Organisation des Umweltschutzes bei 50Hertz fest. Innerhalb der Geschäftsführung übernimmt der Geschäftsführer Technik, Dr. Frank Golletz, die Funktion des Umweltschutzverantwortlichen. Die Geschäftsführung bestellt auch die Betriebsbeauftragten für Gefahrgut, Abfall und Gewässerschutz. Diese beraten die gesamte Organisation zu Umweltfragen. 

Unsere Aktivitäten zum Umweltschutz dokumentieren wir unternehmensintern in jährlichen Umweltberichten. Im Mittelpunkt stehen dabei Belange des Natur- und Gewässerschutzes, der Boden- und Immissionsschutz sowie die Entsorgung von Abfällen. Erstmals 2015 haben wir ein externes Energie-Audit nach DIN EN 16247-1 durchführen lassen, um die Energieverbräuche unserer Anlagen und Verwaltungsgebäude systematisch zu erfassen. Turnusgemäß planen wir dieses Audit wieder für das Jahr 2019 ein. 

Zur sukzessiven Weiterentwicklung unseres betrieblichen Umweltschutzes und Energiemanagements gehört auch die Sensibilisierung und aktive Einbindung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: So haben wir 2016 eine bereichsübergreifende Informationsveranstaltung in der Unternehmenszentrale zum betrieblichen Umweltschutz durchgeführt. Einen wichtigen Teil unseres betrieblichen Umweltschutzes stellt die Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar. In diesem Bereich wurde eine Vielzahl von einzelnen Schulungen angeboten.

Was ist das NOVA-Prinzip?

Die Basis der Netzplanung bildet das Prinzip Netz-Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau (NOVA). In der Praxis bedeutet dies, dass die Netzbetreiber zunächst versuchen müssen, die Nutzung des bestehenden Stromnetzes zu optimieren. 

Das kann zum Beispiel durch intelligente Lastfluss-Steuerung erfolgen: Energieflüsse werden von hochbelasteten Leitungen auf weniger belastete Leitungen umgelenkt. Reicht das nicht aus, können einzelne Komponenten bestehender Leitungen verstärkt oder durch leistungsfähigere ersetzt werden, um die Übertragungskapazität zu erhöhen. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kommen neue Leitungen in Betracht, um den Bedarf zu decken und einen sicheren Netzbetrieb zu gewährleisten.